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Beste Reportage »Kindersklaven«
Deutsche Reporterin ist »CNN Journalist of the Year«
Rebecca Gudisch (30) mit ihrem Preis. Foto: dpa
Es ist das Leid der Schwächsten, auf das Rebecca Gudisch (30) mit ihren Berichten über Kinderarbeit und Menschenrechte aufmerksam machen will. Für ihre bewegende TV-Reportage »Kindersklaven« wurde die Deutsche nun mit dem begehrten Preis »CNN Journalist of the Year« ausgezeichnet.
Für diese Reportage recherchierte Rebecca Gudisch gemeinsam mit ihrem Kollegen Thilo Gummel in den Hinterhöfen der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, wo Kinder Pailetten sticken oder Teppiche knüpfen – ununterbrochen. Auch in indischen Steinbrüchen leisten kleine Kinder Knochenarbeit. Ihre Gesichter sind vom Staub bedeckt, ihre großen dunklen Augen müde. Täglich zerschlagen sie Naturstein-Brocken, manche Kleinkinder sind höchstens zwei Jahre alt, können kaum laufen.
Die Reporter spürten Schlepper und Eltern auf, konfrontierten Firmenchefs und befreiten die versklavten Kinder zusammen mit Hilfsorganisationen. Getarnt als deutsche Importeurin verdeutlicht Gudisch die Verkettungen von Kinderarbeit in Indien und zeigt, wie auch europäische Unternehmen und Konsumenten von der Kinder-Zwangsarbeit profitieren.
Für Gudisch selbst ist das Elend der Kinder nur schwer zu ertragen, gesteht die 30-Jährige in einem CNN-Interview: »Als ich mir für den Kindersklaven-Film getarnt als deutsche Importeurin kleine arbeitende Kinder vorführen ließ und mir der Besitzer stolz verkündete, dass diese Kinder auch nachts arbeiten könnten, wurde mir ganz anders. Diese Blicke der Kinder werde ich nie vergessen. Und ich konnte abends wieder zurück in mein bequemes Hotel.“«
Für »Kindersklaven« (WDR, ARD) erhielt Rebecca Gudisch 2008 den TV3 International Award in Barcelona, den Deutschen Menschenrechtsfilmpreis, 2009 die silberne Medaille beim New York Festival und den Axel-Springer-Preis.
Nun beeindruckte die gebürtige Kölnerin die Jury des »CNN Journalist Award.« CNN International zeichnete am Donnerstag zum fünften Mal herausragende Leistungen im deutschsprachigen Nachwuchsjournalismus aus.
Nun will sich die ausgezeichnete Reporterin sich erstmal einen Lebenstraum erfüllen: eine Weltreise. »Das wollte ich schon als Kindergartenkind machen, hatte aber bis jetzt immer Entschuldigungen, doch nicht zu fahren. Als ich 30 wurde, habe ich gedacht: Jetzt oder nie! Währenddessen recherchiere ich an meinen neuen Themen. Welche, verrate ich aber noch nicht.«
Quelle: bild.de