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Innungstag der Steinmetze Niederösterreichs
Neue Herausforderungen und alte Probleme
Die Teilnehmer des Landesinnungstags. Foto: Michael Kress
Weil trotz jahrelanger Bemühungen der niederösterreichischen Steinmetzmeister einige Betriebe nach wie vor Werbung auf Friedhöfen betreiben, soll nun ein Gesetz helfen: »Wir wollen, dass im NÖ Bestattungsgesetz ein Werbeverbot auf Friedhöfen festgeschrieben wird. Dann wäre diese Pietätlosigkeit, gegen die sich alle korrekten Steinmetze aussprechen, ein für allemal zu Ende«, kündigte Landesinnungsmeister Wolfgang Ecker beim Innungstag in Raabs/Thaya an.
Es gibt vermehrt Beschwerden von Angehörigen, insbesondere über Betriebs-Visitenkarten, die auf Grablaternen oder Zündern hinterlegt werden.
Ebenfalls Ärger bereitet den Steinmetzen ein Ministerial-Erlass aus 2002, wonach »Beauftragte eines Friedhofsverwalters« gewisse Arbeiten durchführen dürfen, zu denen sie gewerberechtlich keine Befugnis hätten (z.B. Grabstein-Fundament, Prüfung der Standsicherheit). Nun wird sich die Bundesinnung um die Rückziehung dieses Erlasses bemühen, kündigte Landesinnungsmeister-Stellvertreter Johann Kruckenfellner an. Ebenfalls beklagt wurde die zusätzliche Konkurrenz aus den Nachbarländern, insbesondere durch slowakische und polnische Firmen. Zu sämtlichen Fragen der Abgrenzung zu anderen Gewerben gibt es nun einen Leitfaden der Bundesinnung.
Allerdings gab es neben allen Problemen auch Erfreuliches zu vermelden: So will das Land Niederösterreich in mehreren Bereichen künftig keine GU-Ausschreibungen mehr machen, damit auch Kleinunternehmen zum Zug kommen. Positive Signale kommen auch aus dem Bereich der Denkmalpflege: Gut besucht war mit 30 Teilnehmern der Denkmalpflege-Grundkurs im Frühjahr in Mauerbach: Immer öfter werde bei entsprechenden Aufträgen ein Nachweis dieser Schulung verlangt, informierte der Innungsmeister.
Konstant ist die Zahl der Steinmetz-Lehrlinge: Derzeit sind es 40, im Vorjahr waren es 38.
Alarmierende Zahlen der KMU-Forschung Austria präsentierte Bundesinnungsmeister KommR Rudolf Wunsch: So betragen zum Vergleichsjahr 1999 die Aufträge der öffentlichen Hand an Steinmetze nur mehr 30,2 %, die allgemeine Auftragslage erreicht lediglich 60 % des Niveaus von 1999.